Seventh-Day Adventist Church

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Wie wir entstanden sind

100 Jahre Adventgemeinde Eberswalde (17.09.2011)

Im Jahr 1908 kam der Siebenten-Tags-Adventist Reinhold Völzke nach Eberswalde und verkaufte christliche Literatur. Er gründete einen Hauskreis und las zunächst mit einer Gruppe von ca. 10 Leuten in der Bibel. Es kamen weitere Menschen dazu. 1911 lud er in der Tageszeitung zu öffentlichen Vorträgen in die Gaststätte „Stadtmitte“ (heute Puschkinstraße). Diese Veranstaltungen fanden eine gute Resonanz und im gleichen Jahr wurde in Eberswalde eine Adventgemeinde gegründet. In der benannten Gaststätte wurden zwei Räume gemietet und wöchentliche Gottesdienste abgehalten.

Adventisten haben mit anderen Christen viele Glaubensinhalte gemeinsam. Die bekanntesten Unterschiede sind der Samstag als Ruhetag und die Erwachsenentaufe, die außerdem ein Kennzeichen der Baptisten ist. Mehr Informationen dazu >>hier<<

Reinhold Völzke wurde als Gründer der erste Leiter der Adventgemeinde in Eberswalde. Auch nach den öffentlichen Vorträgen setzte er die Bibelarbeit in den Hauskreisen fort. 1913 gehörten bereits 46 Mitglieder zur Adventgemeinde. Während des I. Weltkrieges stieg die Mitglieder auf 62 an.

1920 zogen 11 Mitglieder nach Bad Freienwalde, um dort eine „Tochtergemeinde“ zu gründen. Trotzdem waren es am Jahresende in Eberswalde sogar 63 Mitglieder.

Weil die Räume inzwischen zu wenig Platz boten, zog man in die Schicklerstraße um (heute Optiker Berger).

Neben bzw. in der üblichen Gemeinde- und Jugendarbeit kamen auch Spiel und Spaß nicht zu kurz: Wandern, Sport, Geselligkeit. Durch öffentliche Lieder- und Musikabende wurde die Gemeinde nach außen bekannt. Man dachte auch bedürftige Mitmenschen: es wurde eine Handarbeitsgruppe ins Leben gerufen, in der hauptsächlich Kleidung genäht oder repariert wurde.

Bis 1944 stieg die Mitgliederzahl auf 85 an; sank mit dem Kriegsende aber auf 57.

Nach dem Krieg musste ein neuer Versammlungsraum gefunden werden. Erst 1948 wurde dafür ein geeignetes Objekt gefunden: am Karl-Marx-Platz 11, im gleichen Haus konnte auch der jeweilige Pastor wohnen. Dort war die Gemeinde bis kurz nach der Wende eingemietet.

In den Nachkriegsjahren mussten sich die Gottesdienstbesucher sogar eigene Stühle mitbringen, weil im Versammlungsraum keine vorhanden waren. Trotzdem wuchs die Gemeinde. 1949 waren es 73 Mitglieder. In der Zeit von 1952 bis 1958 erreichte sie ihren höchsten Mitgliederstand von 84 Leuten.

Von den 50er bis in die 60er Jahre mussten sämtliche Gemeindeaktivitäten beim Volkspolizeikreisamt genehmigt werden. Trotzdem war das eine sehr aktive und gesegnete Zeit. Regelmäßig durchgeführt wurden Kinder- und Jugendfreizeiten, Fahrradbibelwochen, Teestubenarbeit (eine Art Hauskreis bei Tee und Gebäck), Bibelausstellungen, öffentliche Vorträge u.v.m.

Mit der Wende eröffneten sich zwar neue Freiheiten, aber es ergaben sich auch neue Herausforderungen. Die Miete wurde auf das Zehnfache erhöht und war nicht mehr zu erbringen. Eine jahrelange Suche nach einem neuen Domizil begann, weil man nicht mehr am Karl-Marx-Platz bleiben konnte. Zeitweise wurde der Gottesdienst in verschiedenen öffentlichen und kirchlichen Einrichtungen abgehalten. Ende 1994 bekam die Gemeinde die Information, das Grundstück Mühlenstraße 13 erwerben zu können. Das war wie ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk, wofür man Gott, aber auch den Behörden dankbar war. Dieses Objekt hatte selbst eine bewegte Geschichte: Gaststätte des Walzwerks, Jugendclubhaus, Discothek usw. mit manchen Polizei- und Feuerwehreinsätzen.

Mit viel Eigenleistung wie persönlichem Engagement, Arbeitseinsatz und Spendengeldern wurde aus der Kneipe ein Gotteshaus.

Auch heute lesen wir in der Bibel, die keineswegs alt oder deshalb verstaubt ist, sondern sehr spannend sein kann, wenn man sie mit einem offenen Verständnis liest. Man muss dabei nicht zu den gleichen Ergebnissen kommen wie vor 100 Jahren. Auch heute wollen wir öffentliche Angebote für unsere Mitmenschen schaffen durch Flohmärkte, Liederabende („Lobpreisgottesdienste“) und andere Veranstaltungen.

Die Formen mögen anders sein als zur Zeit der Gemeindegründung, aber das Anliegen ist das gleiche: Menschen Lebenshilfe zu geben und zu einem Leben mit Gott einzuladen.

Adelbert Genzel (Pastor von Juli 2001 bis August 2020)

(Die historischen Angaben wurden von Wolfgang Barnikol übernommen, einem früheren Gemeindeleiter.)